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Mallorcas Weihnachtstraditionen

Auch im Winter ist die Insel eine Reise wert



Die mallorquinischen Weihnachtstraditionen unterscheiden sich von den deutschen besonders in der Vorweihnachtszeit. Während man sich in Deutschland schon Wochen vor Heiligabend auf das Fest vorbereitet und sich in der Adventzeit in Weihnachtsstimmung versetzt, spielt diese Zeit in Spanien keine so große Rolle.
Die Mallorquiner feiern den in Deutschland so wichtigen Heiligabend nur mit dem Besuch der Mitternachtsmesse. Am 1. Weihnachtstag trifft sich dann die Familie zum festlichen Mittagessen. Anstelle von Stollen und Plätzchen gibt es heiße Schokolade, statt eines Weihnachtsbaumes werden Krippen aufgestellt. Weihnachtslieder dürfen nur zum Fest der Feste angestimmt werden, da sie sonst Unglück bringen.
Vor allem die spanischen Kinder müssen Geduld haben, denn die Bescherung wird traditionell erst am 6. Januar gefeiert, wenn die Heiligen Drei Könige die Gaben bringen.

Es finden aber dennoch immer mehr deutsche Weihnachtssymbole und Traditionen den Weg auf die Insel. So gibt es zum Beispiel vorweihnachtliche Konzerte in der Kirche Iglesia del Socorro und am Plaza del Llorenc Bisbal hängen die fünf- bis zwölfjährigen Kinder Weihnachtskarten mit ihren Wünschen an den Baum der guten Wünsche. Ein weiterer christlicher Weihnachts-Tipp auf der Insel ist ein geführter Rundgang, der Besuchern die Geschichte der mallorquinischen Krippe und des damit verbundenen Kunsthandwerks näher bringen soll.

Eine gänzlich unchristliche Tradition ist hingegen die alljährliche Weihnachtslotterie in ganz Spanien: Am Ziehungstag besitzen rund 95 Prozent der Spanier Losanteile und fiebern der Ziehung des Gordo (des Dicken) entgegen. Am 28. Dezember begeht man den Dia de los Inocentes (Tag der unschuldigen Kinder). Ursprünglich soll dieser Tag an die von Herodes ermordeten Kinder erinnern. Richtig gefeiert wird aber nicht, vielmehr ähnelt der Tag unserem 1. April: So klebt man den Mitmenschen z.B. lustige Zettel auf den Rücken und veranstaltet anderen Schabernack.

Eine Reise Wert ist die Insel zur Weihnachtszeit allemal. Wer sich nicht auf die geschichtliche Spuren- und Traditionensuche begeben möchte, der findet in Palma alles, was das Herz begehrt. Besonders die Damen kommen in der Altstadt auf dem Passeig de Artesania aus dem Staunen nicht mehr raus. Dort gibt es Juweliere, Gallerien, Korbflechtereien, Designer und Dekorationen jeder Couleur. Erholung von der anstrengenden Einkaufstour finden Körper und Seele dann in einem der vielen ausgefallenen Cafés, etwa in der neuen Filiale der Grupo Cappuccino, die kürzlich in einem Stoffgeschäft ihre Pforten eröffnete, oder das schrullige Café Can Joan de S’Aigo, wo es, wie wir finden, die beste heiße Schokolade Palmas gibt.

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